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Sterben die Deutschen aus?-Warum immer weniger Frauen Kinder bekommen


Deutschland liegt ganz weit am Ende der weltweiten Geburtenskala. Nur 1,25 Kinder werden hier zu Lande im Durchschnitt von einer Frau geboren. Als bekannt wurde, dass 40 Prozent der Akademikerinnen aus dem Jahrgang 1965 kinderlos sind, wurde die Entwicklung
besonders anschaulich. Woran liegt es, dass sich Frauen
gegen ein Leben mit Kindern entscheiden?
"Gerne hätte ich Kinder gehabt", erklärt Kerstin, diplomierte Volkswirtschaftlerin, "aber irgendwie habe ich den Zug verpasst. Erst das Studium, dann Arbeit und plötzlich war es zu spät. Die Prioritäten lagen bei mir immer wo anders.

Mutter und Kind-bald Seltenheitswert?
Mir fehlte aber auch der entscheidende biologische Impuls."
Ähnlich sieht es bei Gabriele aus. Hier kam zum Karrierewunsch aber auch ein anderer Faktor hinzu: "Wenn ich den richtigen Mann gefunden hätte, hätte ich heute sicherlich eine große Familie. Aber ich war nie mit einem Mann zusammen, dem ich Vatereigenschaften zugetraut hätte. Und wenn ich heute zurück blicke, muss ich sagen: Da habe ich richtig gelegen."
Leider lässt sich für viele Frauen Karriere und Kinderwunsch nicht vereinbaren. Hinlänglich bekannt ist das zu geringe Betreuungsangebot für Kinder, das Müttern die Erwerbstätigkeit erschwert, wenn nicht sogar unmöglich macht.
Im Gegensatz zu anderen Ländern hält sich in Deutschland auch das Vorurteil der "Rabenmütter". Während es in Ländern wie Frankreich selbstverständlich ist, die Kinder auch schon in jungen Jahren betreuen zu lassen, gehört dies hier nicht zur Normalität.
Aber auch die Väter scheinen keine wirkliche Hilfe zu sein. Nur sechs Minuten pro Tag beteiligen sich Väter in Partnerschaften mit minderjährigen Kindern an der anfallenden Haus- und Betreuungsarbeit als Männer in Partnerschaften ohne Kinder.
Und es sind nicht nur die Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden: "Mein Freund wollte nie Kinder. Ihm zu liebe habe ich auf eine Familie verzichtet", berichtet Marianne, damit ist die Bürokauffrau kein Einzelfall.
"Ich habe nie daran gedacht, Kinder zu bekommen", erklärt hingegen Nikola "Das Leben ist schon hart genug, immer musste ich kämpfen, um mich über Wasser zu halten. Ein Kind hätte das noch viel schwieriger gemacht."
Tatsächlich spielen wirtschaftliche Faktoren eine große Rolle. Der Existenzdruck hat erheblich zugenommen. Familien mit Kindern sind am stärksten von Armut bedroht.
Doch nicht alle verzichten auf Kinder aus wirtschaftlichen Überlegungen:
"Geld spielt gar keine Rolle. Niemand muss mit Kindern in Deutschland verhungern. Wenn man ein Kind wirklich will, geht alles", meint Heike. Sie selbst ist jedoch bisher kinderlos geblieben. "Ich habe mich noch nie richtig erwachsen gefühlt, so dass ich die Verantwortung für ein anderes Wesen hätte übernehmen können. Das hätte ich einem Kind nicht antun wollen, dass es keine stabile Mutter hat. Ich trau mir das einfach nicht zu."
Heike spricht zu Recht auch psychologische Motive an: Denn tatsächlich hat sich in unserer Gesellschaft das Erwachsenwerden auf einen späteren Zeitpunkt verlagert, man könnte davon sprechen, dass sich die Pubertät weit über die Zeit der körperlichen Reifung hinaus erstreckt. Dies muss nicht immer mit Egoismus, der Mentalität der sogenannten "Spaßgesellschaft" in Verbindung gebracht werden. Offenbar sind es auch zunehmende psychologische Unsicherheiten, über die eigene Identität oder darüber wie das Leben gestaltet werden soll, die manche Frauen kinderlos bleiben lassen.
Trotzdem hat der Verzicht auf Kinder für viele Frauen Konsequenzen. Kinderlos zu bleiben, ist auch eine Entscheidung, die weh tut. "Sicherlich ist das Aufziehen von Kindern eine ganz besondere und einmalige Erfahrung. Ich habe mich aus sehr persönlichen Gründen dagegen entschieden und manchmal tut diese Entscheidung auch weh", so Martina.
"Angst im Alter allein da zu stehen habe ich keine", erklärt Martina jedoch abschließend. "Schließlich gibt es mittlerweile viele Männer und Frauen, die keine Kinder haben. Außerdem sind Kinder auch kein Garant dafür, dass man später versorgt und geliebt wird. Dafür kenne ich einfach zu viele Gegenbeispiele."

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